AUF DEM SCHULHOF: WUNDERBARE VIELFALT DER KLINGELTÖNE

Wer hätte das je gedacht, dass es jemals so wichtig sein würde, auf welche Art und Weise ein Telefon klingelt? Als die ersten Anbieter von Klingeltönen vor einigen Jahren auf den Markt traten, wurden sie von den meisten noch belächelt. Heute sind aus ihnen Multimillionäre geworden. Und wem haben sie ihren großen Erfolg zu verdanken? Zum größten Teil Schülern und Schülerinnen bzw. ihren Eltern, die für die Handyrechnung ihrer Kinder und das Herunterladen der Klingeltöne aufkommen.
Wer den verrücktesten, den frechsten oder den lustigsten Klingelton auf seinem Handy hat, ist der coolste auf dem Schulhof. Während sich die Lehrer in der Pause hinter dem heruntergezogen Plissee ein wenig vom Lärm in der Schulklasse erholen, werden draußen die Handys gezückt und die neuesten Klingeltöne vorgeführt und ausgetauscht. Am beliebtesten sind die neuesten Hits aus den Charts, aber auch lustige Sprüche oder selbst kreierte Töne.
Man rechnet damit, dass sich jeder Jugendliche durchschnittlich einmal im Monat einen neuen Klingelton herunterlädt. Dazu kommen dann noch originelle Logos fürs Handy oder neue Spiele, Apps fürs iPhone und so weiter. Da reicht eine Hofpause kaum aus, um alle neuen Errungenschaften auf dem Handy vorzuführen. Und so machen einige dann einfach im Unterricht weiter. Am besten während eines Lichtbildvortrags, wenn das Klassenzimmer durch die Rollos verdunkelt ist. Doch gerade hier kann man leicht erwischt werden, weil gerade im Dunkeln die hell leuchtenden Displays verräterisch sind.
Laut Schulordnung können Handys konfisziert werden für die Dauer der Unterrichtsstunde, müssen aber in der Pause wieder ausgehändigt werden, da es sich um persönliche Wertgegenstände handelt. Also können auch in der nächsten Pause wieder alle Klingeltöne auf dem Schulhof erklingen.